NaNoWriMo 2012: Das mache ich jetzt einfach

NaNoWriMoIch muss doch echt bescheuert sein. Das habe ich gedacht. Kurz nachdem ich mich beim NaNoWriMo 2012 angemeldet habe. Ich soll 50.000 Wörter in 30 Tagen schreiben? Durchschnittlich 1667 Wörter am Tag? Ja, habe ich denn sonst nix zu tun? Aber fangen wir nochmal von vorne an: Seit einigen Jahren nehme ich mir immer wieder vor, dort mitzumachen. Und jedes Jahr wieder merke ich mitten im November, dass ich es verpasst habe. Dieses Jahr habe ich dran gedacht — und mich ohne darüber nachzudenken angemeldet. Und was habe ich davon? Ich möchte einfach mal wieder nur für mich zu schreiben. Meinen ganz persönlichen Ideen einen Raum schaffen, in denen sie sich ausbreiten können. Einfach drauf los schreiben. Raus aus meinem Kopf damit, das schafft wieder Platz für Neues. Inspirationen und Motivationsschübe genießen. Einfach mal ohne Fremdvorgabe kreativ sein. Da liegen noch alte angefangene Manuskripte in meiner Schublade. Ideen. Weggelegt und vergessen. Aber genau da liegen die Chancen, mal aus der werberischen Werbetexterei herauszukommen und wieder über den Tellerrand zu schauen.

Und was ist NaNoWriMo?

NaNo … was? Die bei einigen große Fragezeichen hervorrufende Abkürzung steht ganz simpel für National Novel Writing Month. Mittlerweile ein bisschen unpassend, da an diesem Wahnsinns-Schreibmarathon Schreiberlinge aus der ganzen Welt teilnehmen. Nina Bodenlosz schreibt dazu sehr treffend:

Im November ist National Novel Writing Month, was längst Global Novel Writing Month heißen sollte oder einfach Novel Writing Month. Überall auf der Welt schreiben dann Menschen in 30 Tagen einen Roman, der mindestens 50.000 Wörter lang sein muss. Das ist mehr oder weniger die einzige Regel.

Interessant ist auch der Stellenwert, den dieser Schreibwettbewerb in den USA hat. So schreibt Nina ebenfalls:

In den USA ist der NaNoWriMo eine Institution. Schulen, Universitäten, Bibliotheken und Buchläden beteiligen sich daran.

Ich finde es schade, dass das hier noch nicht so ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass gerade das Freewriting als Schreibübung unerlässlich ist. Dass nach einem Monat Schreiben — ohne sofort den inneren Lektor ran zu lassen — eine völlig neue Schreiberfahrung gewonnen werden kann.  Denn korrigiert und lektoriert wird erst hinterher.

Wie bereitet man sich auf NaNoWriMo vor? 

Ich und vorbereiten? Ja, wann denn? Eigentlich hatte ich tatsächlich vor, mich gründlich vorzubereiten. Ich wollte einen ausführlichen Plot entwickeln. Doch außer einer Handvoll vagen Ideen in Richtung Suspense/Mystery, einem reichlich wackeligen Handlungsstrang und unausgereiften Charakteren habe ich — nichts. Also springe ich gleich beim ersten Mal komplett ins kalte Wasser. Ohne Rettungsseil. Das soll wohl gehen, habe ich heute erleichternder Weise bei @Conja gelesen:

Komplett ohne Strategie komme ich natürlich nicht aus. Mein Evernote ist mit Recherchematerial gefüllt, gegen Schreibblockaden habe ich mir ein paar Kreativitätstechniken — wie z.B. eine vereinfachte Form der Bisoziation — ausgesucht. Damit habe ich schon vor Jahren gute Erfahrungen gemacht und funktioniert bei mir wunderbar, um Knoten zu lösen.

Der Countdown läuft. Es kribbelt im Kopf und juckt in den Fingern

Noch genau drei Tage habe ich Zeit, mir ein paar Gedanken zu machen. Dann geht es ans Schreiben. Am 1. November Punkt 0:00 Uhr geht es los. Die Spannung steigt. Keine Ahnung, ob ich es schaffen werde. Wichtig für mich persönlich ist, dass ich da einfach Lust drauf habe. Und ich bin wirklich gespannt, was ich am 30. November in den Händen halten werde. Sicherlich kein druckreifes Manuskript, aber vielleicht eine gute Grundlage die es Wert ist, weitergesponnen zu werden.

Ich bin kein Einzelkämpfer im November. Ich habe Textinen-Mitstreiterinnen an meiner Seite. Frau Schönberg aus der Kaffeepause habe ich anscheinend umgehend angesteckt, denn sie hat sich ebenfalls sehr spontan angemeldet. Und ich weiß auch, dass die Dame eine richtig gute Romanidee im Gepäck hat. Auch dabei ist, wie oben bereits erwähnt, Nina Bodenlosz. Wenn das nicht schon mal die beste Motivationsgrundlage ist.

Ja. Es ist verrückt. Ich bin verrückt. Aber ich mache das jetzt einfach.

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9 Gedanken zu “NaNoWriMo 2012: Das mache ich jetzt einfach

  1. Ich freue mich, dass du dabei bist! Es ist wirklich eine besondere Erfahrung. Ich glaube auch, dass man Schreiben vor allem durchs Schreiben lernt. Der NaNoWriMo ist eine ungeheure Motivationsmaschine. Und mein innerer Lektor freut sich über einen Monat Urlaub. Gute Reise!

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