NaNoWriMo. Tag 9. Dickschädel

Ich habe es doch geahnt. Kann das gut gehen? Ich schreibe komplett ohne Plot, denn die Zeit, mich für diese verrückte Challenge vorzubereiten, fehlte mir einfach. Allein schon, weil ich mich so kurzfristig für dieses Projekt entschieden hatte. Mit einer groben Idee im Gepäck fiel der Startschuss am 1. November. Gemeinsam mit Frau @Textania fieberte ich Mitternacht entgegen und wir legten gemeinsam los. Es lief gut, die ersten Ideen waren noch ganz frisch und warteten nur darauf, in Worte gehüllt zu werden. Jetzt haben wir Tag 9 und ich liege weit abgeschlagen hinter dem zu erreichenden Soll. Warum? Direkt am zweiten und dritten Tag habe ich mich mit meiner Haupt-Protagonistin dermaßen verlaufen, dass wir uns beide regelrecht in die Haare bekommen haben. Man muss wissen, sie ist von Natur aus recht widerborstig und dickschädelig. „Ich will aber hier lang.“ „Nein, hier geht’s lang, der Weg ist besser.“ Näää.“ „Doch!“ „Will aber nicht.“ „Ach, halt die Klappe!“ Wähwäh. Plärrplärr. Das klingt nicht nur total bescheuert — das ist total bescheuert und fühlt sich genau so an. So wurde daraus ein nervenaufreibendes Geplänkel, Geheule und Gemeckere. Wir redeten gar nicht mehr miteinander und schmollten uns einfach die Zeit davon. Am vierten Tag hieß es: zusammenraufen, nochmal den Plan auspacken. Gut zu reden. Manchmal auch trösten und aufmuntern. Wir sprachen uns gegenseitig Mut zu.

Auf einmal flutschte es wieder. Irgendwas hatte am 4. November den dicken Knoten in meinem Kopf gelöst. Wenn es erst mal fließt, komme ich mit dem Schreiben kaum meinen Gedanken hinterher, die mir fast davon laufen — immer kurz davor, wieder den Anschluss zu verlieren. Wow, ein Flow! Und weiter schreiben. Und dann stehen sie am nächsten Tag plötzlich alle vor dir. Der Lustlos-Teufel. Der Müdigkeits-Schurke. Das Prokrastinations-Monster. Der innere Schweinehund, dieser hinterhältige Verräter, hat sie auf mich gehetzt. Hämisch dabei ins Fäustchen lachend. Dann wird es auf einmal quälend. Man schleppt sich von Wort zu Wort, hangelt sich an dem dünnen Faden entlang. Das Schreiben am Abend fordert Überwindung. Ich will auf’s Sofa. Ins Bett. Bin müde. Ich schaue mir an was ich bisher geschrieben habe und erkläre alles spontan zum größten Mist aller Zeiten. Hallo Hochstaplersyndrom, du hast mir jetzt auch noch gefehlt. Keine Ahnung, was ich als nächstes schreiben soll. Ach, da schau ich doch lieber nochmal bei Facebook, Twitter oder Pinterest vorbei. Fluchtversuche vom Feinsten, nur nicht weiter an den Text denken. Wobei mir Pinterest durch mein NaNoWriMo-Board als Inspiration wirklich hilfreiche Dienste geleistet hat. Trotzdem. Die Augen brennen, die Buchstaben verschwimmen, der Schädel brummt. Lange Nächte, manchmal bis 4.00 Uhr, damit ich mal wieder etwas aufholen kann. Da kann der nächste Morgen schon mal mit Kopfschmerzen beginnen. Die Arbeit am Tag ruft auch noch. Aufgeben kommt aber nicht in Frage. Dazu bin ich zu sehr Dickschädel, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe. Also — weiter im Text.

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4 Gedanken zu “NaNoWriMo. Tag 9. Dickschädel

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